Aus unternehmerischer Sicht stünden dabei die Themen Fachkräftesicherung und Unternehmensnachfolge im Mittelpunkt. „Für die Unternehmen wird es bei kleiner werdender Erwerbsbevölkerung umso wichtiger, sich einen fachlich gut qualifizierten Mitarbeiterstamm zu sichern“, sagte Krings. Angesichts der Altersstruktur vieler Belegschaften und der stark sinkenden Zahl von Schulabgängern in ganz Ostdeutschland bestehe hier schon heute akuter Handlungsbedarf. Unternehmen müssten deshalb auf eine frühzeitige Fachkräftegewinnung und auf Instrumente zur Mitarbeiterbindung setzen, beispielsweise auf flexiblere Arbeitszeiten oder die Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Ein Nachwuchsproblem bestehe zudem nicht nur bei den Belegschaften, sondern auch in zahlreichen Unternehmensführungen. In Ostdeutschland werde dies dadurch verstärkt, dass die Gründergeneration der Nachwendezeit allmählich in die Jahre komme. „Vielen Betrieben mangelt es allerdings an einem systematischen Nachfolgekonzept im Sinne eines Übergabefahrplans“, erklärte Krings. Im Rahmen eines solchen Konzepts sollte jedes betroffene Unternehmen die bestehenden Optionen für die Unternehmensnachfolge gezielt angehen und umsetzen.
Fachkräfte in ausreichender Zahl seien auch Grundvoraussetzung für einen weiteren Ausbau der Innovationskraft der ostdeutschen Wirtschaft. „Die Unternehmen werden sich nur mit innovativen, technologisch hochwertigen Produkten im harten internationalen Wettbewerb behaupten können. Dafür brauchen sie kreative Köpfe und versiertes Fachpersonal“, sagte Krings. Insbesondere für kleinere Unternehmen sei zur Sicherung ihrer Innovationsorientierung neben den Fachkräften auch die Nutzung von Forschungs- und Entwicklungskooperationen mit Forschungsinstituten, Hochschulen sowie mit anderen Unternehmen wichtig.
Mit der Stärkung von Kooperationen und Netzwerken/Clustern sei gleichzeitig eine wichtige standortpolitische Maßnahme für Ostdeutschland umrissen. Generell müsse sich der Staat primär auf die Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen konzentrieren, um Wirtschaftswachstum auch künftig zu ermöglichen. Hierbei sei neben flexibleren Kinderbetreuungsmöglichkeiten, Bürokratieabbau etc. in besonderem Maße die Bildungspolitik gefordert. „Angesichts des absehbaren Mangels an Fachkräften und der erforderlichen Stärkung der Innovationskraft ist eine generelle Erhöhung der Bildungsqualität – vor allem bei technisch-naturwissenschaftlichem und wirtschaftsbezogenem Wissen – unverzichtbar“, erklärte Krings abschließend.
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