PRESSEINFO Nr. 7 - 16.11.2016
Ostdeutsche Maschinenbauer vor großen Herausforderungen im Auslandsgeschäft

Für die ostdeutschen Unternehmen bestehen vielfältige Potenziale, ihr Auslandsgeschäft auszubauen. Die Dialogveranstaltung von VDMA-Landesverband Ost und dem Ostdeutschen Bankenverband am Dienstagabend in Leipzig brachte die Chancen und Risiken auf den Punkt.


"Zu den größten Hemmnissen zählen Rechtssicherheit, Zahlungsmoral, Bürokratieaufwand und Managementkapazitäten, aber auch Finanzierungsfragen", fasste Reinhard Pätz, Geschäftsführer des VDMA Ost, zusammen. Um im weltweiten Wettbewerb bestehen zu können, brauchen Unternehmen daher auch die Unterstützung von Politik und Banken. Beide Verbände machen sich deshalb dafür stark, dass Mittelstand, Landespolitik und regionale Banken die Herausforderungen gemeinsam angehen.

 

Schlüsselbranche mit Zuwachsraten

 

Der Maschinen- und Anlagenbau gehört zu den Schlüsselbranchen der ostdeutschen Industrie. Die Branche ist mit etwa 81.000 Mitarbeitern der größte industrielle Arbeitgeber. Im Jahr 2015 stieg der Umsatz auf 16,8 Milliarden Euro und damit auf ein Allzeithoch. Auch im Außenhandel hat der Maschinenbau in den vergangenen Jahren zugelegt. "Den Unternehmen ist es gelungen, weltweit Märkte und globale Lieferketten zu erschließen. Mittlerweile setzen sie jeden zweiten Euro im Ausland um", sagte Pätz.

 

Im Auslandsgeschäft ist Sand im Getriebe

 

Und dennoch: Der Außenhandel ist eine Schwachstelle der Industrie. Die Exportquote bleibt noch immer deutlich hinter den zirka 78 Prozent des Gesamtmaschinenbaus zurück. Die Gründe hierfür sind vielfältig, betonen die Verbände. Eine Rolle spiele der fehlende Mix von kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie Konzernen. Stattdessen prägen hauptsächlich kleinere Betriebe das Bild. "Viele dieser Firmen konzentrieren sich zudem auf einige wenige Kunden und einzelne Absatzmärkte. Krisen lassen sich jedoch besser bewältigen, wenn man seinen Abnehmerkreis erweitert und sich geografisch breiter aufstellt", erläuterte Pätz. Schwierigkeiten bereite ebenfalls das zunehmend unsichere Umfeld, beispielsweise im Geschäft mit Russland, Großbritannien, dem Iran oder der Türkei. Abzuwarten sei, wie sich unter dem neuen US-Präsidenten Donald Trump die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten entwickeln.

 

Internationalisierung zentrales Handlungsfeld

 

Auch Klaus Wagner-Wieduwilt, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Ostdeutschen Bankenverbandes, sieht die weitere Internationalisierung als zentrales Handlungsfeld für den regionalen Mittelstand. "Neben den Industriestaaten bieten Schwellenländer interessante Wachstumsperspektiven. Die konkrete Strategie muss jedoch zu den individuellen Gegebenheiten eines Unternehmens passen, etwa zur Betriebsgröße und zu den finanziellen Ressourcen", betonte er. Wichtig sei dabei aber, die länderspezifischen Risiken im Blick zu behalten. "Mit passenden Finanzdienstleistungen lassen sich die Abwicklungsmechanismen und Risiken im Auslandsgeschäft leichter handhaben", erklärte Wagner-Wieduwilt.

 

Der VDMA mahnte darüber hinaus eine geeignetere Unterstützung der Politik an. "Viele mittelständische Maschinenbauer finden für kleinere Auftragswerte bis 5 Millionen Euro keine Finanzierungslösungen. Darum ist es wichtig, die staatliche Exportkreditversicherung, die sogenannte Hermes-Deckung, breiter aufzustellen", ergänzte Pätz.

 

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Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e. V. (VDMA) ist einer der bedeutendsten Verbandsdienstleister und bietet das größte Branchennetzwerk der Investitionsgüterindustrie in Europa. Seine Regionalvertretung in Ostdeutschland, der VDMA Ost, versteht sich als Sprachrohr der Branche vor Ort. Seinen etwa 350 Firmen, Werken und Niederlassungen in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt sowie Thüringen stellt er vielfältige Dienstleistungen bereit. So werden die Mitglieder wirkungsvoll in ihrer täglichen Arbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette unterstützt. Zudem vertritt er ihre Interessen gegenüber Politik sowie Wissenschaft auf Landesebene und ermöglicht es, durch ein weitreichendes Netzwerk Themen gemeinsam voranzubringen.

 

Der Ostdeutsche Bankenverband vertritt die privaten Banken in den ostdeutschen Flächenländern und Berlin. Zu seinen derzeit 35 Mitgliedsbanken zählen Großbanken, Regional- und Spezialbanken sowie Privatbankiers. Bei Krediten an den Mittelstand sind die privaten Banken in den ostdeutschen Flächenländern mit einem Marktanteil von 43% (Bestand zum Stichtag 30.06.2016: 40,5 Mrd. €) weiterhin Marktführer. Bei den Krediten an Privathaushalte (26,8 Mrd. €) liegen die privaten Banken mit einem Marktanteil von 43% ebenfalls auf Platz 1.

 



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